Talks and Poster Presentations (with Proceedings-Entry):

H. Friedl, M. Ralbovsky, R. Flesch:
"Simulationsverbesserung durch gezielte dynamische In-situ Versuche für Boden und Bauwerk";
Talk: 3. VDI-Tagung Baudynamik, Kassel, Deutschland; 05-14-2009 - 05-15-2009; in: "3. VDI-Tagung Baudynamik", VDI Wissenforum GmbH, VDI-Berichte 2063 (2009), ISSN: 0083-5560; 133 - 147.



German abstract:
Mittels dynamischen In-situ Untersuchungen an bestehenden Bauwerken besteht die
Möglichkeit, realitätsnahe mathematische Modelle für die Simulation zu erstellen und präzise
Aussagen über das Verhalten im linearen Bereich zu treffen. Die vorliegenden
Untersuchungen zeigen die Anwendung von dynamischen in-situ Versuchen mit dem
Reaktionsmassenerreger VICTORIA zur Ermittlung des tatsächlichen Tragwerkszustandes
und Bestimmung der dynamischen Bodenverhältnisse. Bei dem betrachteten Gebäude
handelt es sich um ein bestehendes Containment das zu einem Transferlager für radioaktive
Materialien umgebaut werden soll und in einer Region mit hohem
Erdbebengefährdungspotential situiert ist. Die Messungen am Gebäude erfolgten unter
direkter Anregung mit dem Schwingungsgenerator durch Frequenzsweeps und einem
Rauschsignal. Neben dem Eigenschwingverhalten des Containments (Eigenfrequenzen,
Eigenformen und modale Dämpfungszahlen) wurden Transferfunktionen ermittelt und für die
Simulation aufbereitet. Mittels experimenteller Modalanalyse konnten sechs
Eigenschwingzustände (Moden) im Bereich von 8 - 20 Hz identifiziert werden. Das
"model - updating" erfolgte unter Minimierung einer Zielfunktion, welche die Differenzen
zwischen gemessenen und berechneten modalen Parametern repräsentiert. Als
veränderbare Systemparameter des erstellten FE- Modells wurden die Bodenfedern und
Systemsteifigkeiten herangezogen. Dadurch konnte ein sehr wirklichkeitsnahes
Rechenmodell für das Containment erstellt werden.
Zur Ermittlung der dynamischen Bodenparameter wurde die Rayleighwellen-
Dispersionsmessung angewandt. Zur Durchführung der Phasengeschwindigkeitsmessungen
wurden Frequenzsweeps (sinusförmige Kräfte) mit dem Schwingungsgenerator induziert und
die Phasendifferenz in einem Ausbreitungsprofil berechnet. Mit der ermittelten Rayleigh -
Wellengeschwindigkeiten als Funktion der Frequenz bzw. der effektiven Tiefe und Kenntnis
der lokalen Bodeneigenfrequenzen stehen wesentliche Parameter für die Beschreibung der
Einwirkungsseite im Lastfall Erdbeben zur Verfügung.

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