Buchbeiträge:

P. Saleh, M. Kammer, B. Hildebrandt, A. Pumberger, F. Schneider, O. Steinwender, M. Meschik, S. Wegener, K. Katoch:
"SEEKING - SAFE E_BIKING, Eine wissenschaftliche Untersuchung des Fahr(erInnen)verhaltens von Elektro-Zweirädern unter besonderer Berücksichtigung von Verkehrssicherheitsaspekten";
in: "Forschungsarbeiten des österreichischen Verkehrssicherheitsfonds (VSF)", herausgegeben von: bmvit, VSF; Band 025, Wien, 2014.



Kurzfassung deutsch:
Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds
gefördert. Es zielt darauf ab, Antworten auf verkehrssicherheitsrelevante Themen in Bezugnahme
auf E-Fahrräder und E-Mopeds zu finden - im Speziellen für Entscheidungsträger
, welche Strategien für die sichere Integration von elektrisch angetriebenen Fahrrädern
und Mopeds in den normalen Verkehr entwickeln. Die Ergebnisse münden in einen
Maßnahmenkatalog für Sicherheitsmaßnahmen, z.B. technische Regelungen (Normen) für
Hersteller, um sichere und zuverlässige E-Zweiräder zu entwerfen.
Das SEEKING-Team (AIT Austrian Institute of Technology; KFV Kuratorium für Verkehrssicherheit;
BOKU Institut für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur; Kärntner
Landesregierung; Strombike.at) führte eine eingehende Untersuchung der Fahrdynamik
und persönliche Befragungen durch, um Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen dem
Fahren von konventionellen Fahrrädern und E- Fahrrädern festzustellen.
Nach einer umfassenden Literaturrecherche über den internationalen "Status Quo" und
Rechtsvorschriften wurden Messfahrten und tiefgehende Analysen durchgeführt um
schließlich einen Katalog von Maßnahmen zu erarbeiten, welche E-Mobilität auf zwei
Rädern sicherer machen sollen. Im Speziellen wurde dabei der Fokus auf die Untersuchung
des Kurvenfahrens, die Stop- und Beschleunigungsphasen, sowie auf mögliche Konflikte
während der Testfahrten in dem vorgegebenen Parcours und während der sogenannten
"Real World Tests" auf Radwegen gelegt. Die hauptsächliche Zielsetzung war die
Messung von objektiven Daten mittels einer speziell entwickelten Smartphone-Applikation
und Kommunikationssoftware in einer "natürlichen" Fahrumgebung zusammen mit einer
Beobachtung der subjektiven Erfahrungen der ProbandInnen. Diese Methodik lieferte eine
große Datenmenge für weitere Analysen.
Die Messungen der Fahrdynamik mit Smartphones beinhaltete Geschwindigkeit [GPS, heading]
, Beschleunigung in 3 Achsen, Roll- und Neigungswinkel, sowie ein Front-Video. Die
Testfahrten wurden auf einem festgelegten Kurs (Parcours) ausgeführt. Jede/r ProbandIn
verwendete ein Fahrrad/Pedelec (pedal electric cycle) oder Moped/E-Moped. Vor und
nach den Testfahrten wurden die ProbandInnen bezüglich ihres Fahrkönnens, Sicherheitsgefühl
und ihre persönlichen Erfahrungen interviewt. Statistische Datenauswertungen
(rund 450 verschiedene Analysen, Korrelationen, mathematische Modelle etc.) wurden
gründlich auf potentielle Konflikte untersucht und daraus resultierenden Präventivmaßnahmen
abgeleitet. Eine Auswertung der Daten und Beobachtungen der ProbandInnen
während der Testfahrten zeigte, dass sich die ProbandInnen generell nach zwei Runden
an das E-Fahrrad gewöhnt hatten. Es wurden 39 Konflikte während 18 Testfahrten der
E-Fahrräder festgestellt, dem gegenüber stehend gab es nur 18 Konflikte bei 12 TestEine
wissenschaftliche Untersuchung des Fahr(erInnen)verhaltens von E-Zweirädern
unter besonderer Berücksichtigung von Verkehrssicherheitsaspekten fahrten mit konventionellen Fahrrädern. Die (E-)Moped Testfahrten zeigten keine signifikanten
Unterschiede in der Fahrdynamik oder dem Fahrverhalten.
Aufgrund der unterschiedlichen Motorsteuereinheiten, Motorkonzepte und Sensorik gab es
messbare fahrzeugspezifische Unterschiede. Die wichtigsten Ergebnisse sind, dass das
Radfahren in Kombination mit Bremsmanövern speziell in Kurven nach einem mopedartigem
Fahrstil verlangt und die Körperspannung, welche benötigt wird, um sicher mit
dem Fahrrad umgehen zu können, auf Pedelecs zum Teil fehlte. Eine weitere wichtige
Erfahrung war, dass Technikfehler aufgrund heftiger Regenfälle kritische Sicherheitsprobleme
darstellen können.
Aufbauend auf dem letzten Wissensstand, den Auswertungen der Daten, der Interviews
und der Beobachtungen während der Testfahrten, wurde ein Verkehrssicherheitsmaßnahmenkatalog
betreffend der E-Fahrräder entwickelt, welcher auch als Leitfaden verwendet
werden kann.

Erstellt aus der Publikationsdatenbank des AIT Austrian Institute of Technology.