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Vorträge und Posterpräsentationen (mit Tagungsband-Eintrag):

K. Mück:
"Die interne Strahlenexposition nach Tschernobyl - was ist 1998 noch übrig?";
Vortrag: 30. Jahrestagung des Fachverbandes für Strahlenschutz gemeinsam mit dem Österreichischen Verband für Strahlenschutz, Lindau; 28.09.1998 - 02.10.1998; in: "30. Jahrestagung des Fachverbandes für Strahlenschutz gemeinsam mit dem Österreichischen Verband für Strahlenschutz", Publikationsreihe Fortschritte im Strahlenschutz TÜV-Verlag GmbH, Band II Köln (1998), ISSN: 1013-4506; S. 881 - 886.



Kurzfassung:
Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl wurde oft gemeint, daß die Belastung durch 137Cs aufgrund der langen Halbwertszeit von 30 Jahren über Dekaden hinweg dauern würde. Aber auch von Experten wurde oft mit Halbwertszeiten, wie sie nach den Kern-waffentest beobachtet worden waren, gerechnet und so eine viel höhere Langzeitbelastung, als dann tatsächlich beobachtet, prognostiziert. Wie bereits früher gezeigt, hat die 137Cs-Aktivitätskonzentration in allen relevanten Nahrungsmitteln erheblich schneller abgenommen als seinerzeit nach den oberirdischen Kernwaffentests beobachtet. Effektive Halb-wertszeiten von 137Cs in Nahrungsmitteln lagen bei 1,5 - 2 statt bei 4 Jahren wie nach den Kernwaffentests beobachtet. Daraus ergeben sich 1998 kaum mehr meßbare Aktivitätskonzentrationen in den Nahrungsmitteln. Durch gezielte Probenahme, spezielle Probenauf-bereitung und Langzeitmessun-gen wurden dennoch die heute noch vorhandenen Aktivitätskonzentrationen zu ermitteln versucht. Demnach ergibt sich in Österreich 12 Jahre nach dem Fallout eine Ingestionsdosis von 3,9 ÁSv für den Erwachsenen und von 1,7 ÁSv für das fünfjährige Kind. Dies entspricht 1 % der Dosis im ersten Jahr nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl bzw. 0,1 % der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung.

After the reactor accident in Chernobyl the opinion was often heard that the exposure by 137Cs due to its long half-life of 30 years would last over decades. But also experts used half-lives as observed after the nuclear weapons tests in their calculations, resulting in much higher long-term exposure predictions than later actually observed. As shown before, the 137Cs activity concentration in all relevant foodstuffs decreased much more rapidly than observed previously after the nuclear weapons tests. Effective half-lives of 137Cs in foodstuffs were about 1.5 - 2 instead of 4 years as observed after weapons tests. This results in almost unmeasurable activity concentrations in foodstuffs in 1998. By specific sampling, special sample preparation and long-term measurements efforts were undertaken to determine the presently remaining activity concentrations. From these an ingestion dose of 3.9 ÁSv for the adult and 1.7 ÁSv for the 5 year infant is derived in Austria 12 years after the fallout. This is equivalent to 1 % of the exposure in the first year after the reactor accident in Chernobyl or 0.1 % of the natural annual exposure, respectively.

Schlagworte:
Tschernobyl, Radioaktivität, Mensch, Umwelt, IRPA, Jahrestagung, Publikationsreihe, Chernobyl

Erstellt aus der Publikationsdatenbank des AIT Austrian Institute of Technology.