[Zurück]


Buchbeiträge:

W. Loibl:
"Nachhaltige Regionalentwicklung und die Rolle der Wissenschaft";
in: "Jenseits traditioneller Wissenschaft? Zur Rolle von Wissenschaft in einer vorsorgenden Gesellschaft", H. Egner, M. Schmid (Hrg.); oekom Verlag, Gesellschaft für ökonomische Kommunikation mbH, München, 2012, ISBN: 978-3-86581-325-1, S. 217 - 227.



Kurzfassung:
Dieser Beitrag beleuchtet die Rolle der Wissenschaft für eine vorsorgende Gesellschaft anhand zweier konkreter Projekte - anhand des nationalen Projekts future.scapes und des EU-Projekts PLUREL. Beide Projekte befassen sich mit nachhaltiger Entwicklung auf regionaler Ebene und stehen exemplarisch für den Anspruch, wissenschaftliche Forschung explizit in den Dienst der Gesellschaft zu stellen und dabei bereits bei der Durchführung der Projekte mit PartnerInnen aus der Praxis eng zu kooperieren. Der Beitrag blickt ein
wenig hinter die Kulissen der angewandten Forschung - stellt also keine Ergebnisse in den Vordergrund, sondern schildert wie und unter welchen Umständen sie zustande kommen und worauf zu achten ist, wenn Wissenschaft bei einer derartigen Vorgehensweise
ihre Aufgabe erfüllen soll.
Beide Projekte haben die Erarbeitung explorativer Szenarien (vgl. van Notten et al.
2003) über die zukünftige Entwicklung zum Ziel. Derartige Szenarien unterstützen das Verständnis über die Wirkung aktueller Maßnahmen auf die Zukunft und liefern eine Grundlage für Anpassungsstrategien. Partizipative Prozesse auf dem Weg zur Entwicklung von Maßnahmen ermöglichen dabei die Integration von Erfahrungen, Erwartungen
und Vorstellungen lokaler Akteure und Stakeholder (vgl. Loibl & Walz 2010). Regionale Fallstudien bilden die Basis für viele Bemühungen hin zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung (vgl. Scholz & Tietje 2002; Scholz et al. 2005).
Beide Projekte waren im Hinblick auf die programmatischen Anforderungen der fördernden Institutionen, die inhaltlichen Interessen und die Einbindung lokaler Akteure und Stakeholder sowie den regionalen Detailierungsgrad recht verschieden. Bei einem Projekt stand die partizipative Entwicklung von Szenarien und lokalen Anpassungsstrategien für einzelne Gemeinden oder kleine Regionen im Vordergrund, beim anderen Projekt sollten expertengenerierte Szenarien und Evaluierungs-werkzeuge dazu dienen, allgemeingültige Strategien, Konzepte und Instrumente für eine nachhaltige, regionale Entwicklung (von europäischen Stadtregionen) zu erarbeiten.

Erstellt aus der Publikationsdatenbank des AIT Austrian Institute of Technology.